Das Guntbald-Evangeliar im Hildesheimer Dommuseum

Matthias Exner

Das Guntbald-Evangeliar gehört zu einer Gruppe von vier liturgischen Prachtcodices (Evangeliar, Perikopenbuch, Sakramentar und Psalter), die der Schreiber Guntbald in Hildesheim schuf. Im Auftrag Bischof Bernwards von Hildesheim (um 960–1022) entstanden die Handschriften für das von ihm gestiftete Kloster St. Michael. Mit diesem Band wird dem Guntbald-Evangeliar zum ersten Mal eine farbig ausgestattete, nicht nur für Fachleute verfasste Monographie gewidmet.

1011 entstand ein Evangeliar, das von weitreichender Bedeutung ist. Heute im Dom-Museum Hildesheim aufbewahrt gehört es zu einer Gruppe von einheitlich gestalteten Prachtcodices, die Bernward in Auftrag gab und die seinen Kunstsinn bezeugen. Prunkvolle, aufwendig geschmückte Kanonseiten, Abfolgen kostbarer Zierseiten, Christusdarstellung und Evangelistenporträts, Purpurgründe, reich ornamentierte Rahmungen und ein verschwenderischer Einsatz von Gold- und Silbertinte zeichnen das Guntbald-Evangeliar aus.

Ihre besondere historische Bedeutung gewinnt die Handschrift durch die anspruchsvolle und überlegte Wahl von Vorlagen: das Lorscher Evangeliar (Hofschule Karls des Großen), das frankosächsische Evangeliar aus Saint-Vaast in Prag und ein süddeutsch-regensburgisches Vorbild vermittelten die Konzepte.Die Kompilation dieser Elemente in einer neuen, aufwendig dekorierten Handschrift ist ein geradezu programmatischer Akt mit weitreichendem Anspruch und erheblichen Ambitionen, was beim Auftraggeber der Hildesheimer Domtüren oder der nach ihm benannten Bronzesäule kaum überraschen kann.

Erste monographische Würdigung der prächtigen Handschrift.

Ein Schlüsselwerk zur früh- und hochmittelalterlichen Rezeption des Lorscher Evangeliars.

Mit über 40 großformatigen Abbildungen der prachtvollen Miniaturen und Zierseiten sowie zahlreichen farbigen Vergleichsabbildungen.

2008, 112 Seiten, 7 s/w Illustrationen, 80 Tafeln,
21 x 28 cm, Hardcover, fadengeheftet mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-7954-1992-9

€ 26,90

Presseinformation

Autor:
Dr. Matthias Exner ist als Hauptkonservator beim Bayer. Landesamt für Denkmalpflege tätig und hat einen Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Kunst des Frühmittelalters.  

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Veranstaltung

Samstag, 19.10.2019

Kolloquium am 19. Oktober 2019, 10.00 – 17.00 Uhr

Wie war das eigentlich mit den Synoden in der Geschichte des Bistums Hildesheim? Welche Erfahrungen und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und synodalen Prozesse unserer Kirche von Hildesheim können wir mitnehmen?

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